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...und es begab sich...

Wirtschaftswunder

....zu der Zeit, da Papst Pius der XII. Statthalter Gottes auf Erden und Adenauer Kanzler der Republik ward und Zahra Leander mit “Wunderbar” die deutschen Charts rockte, alsda der Organist und Custos Alois und die Lernköchin Hildegard sich nach Duisburg-Meiderich begaben, damit ein jeder sich zählen lasse - nämlich das erste selbst verdiente Geld auf die Hand. Und siehe: An einem Dreikönigstag ward ihnen ein Knabe geboren, den sie Roland nannten.  Er wuchs heran als ein Spiegelbild des Wirtschaftswunders jener Zeit - und nahm zu an Wuchs und Kraft und Leibesfülle, spirituell beflügelt durch den Pastor, der gleich nebenan wohnte, die Kirche St. Michael vor und dem katholischen Friedhof hinter dem Geburtshaus. Er spielte später übrigens oft auf dem Friedhof, wo er dem Friedhofswärter Münch beim Ausheben der Gräber und bei Umbettungen zuschauen konnte. Von jener Zeit an wusste der Knabe, dass die Reste der menschlichen Existenz, wenn sie denn ans Licht gezerrt werden, ziemlich unappetitlich aussehen können.

Alles in allem: Dieser Knabe war ich. - In diesem Hause wurden übrigens außer mir auch meine Brüder geboren. Wahrscheinlich hat es die Stadt Duisburg deswegen unter Denkmalschutz gestellt - dieses Haus steht jedenfalls heute noch (roter Kreis).  Mit Erreichen des 6. Lebensjahres setzte nicht nur die Schulpflicht, sondern auch die Zwangsverpflichtung zur Teilnahme am Klavierunterricht ein, denn der Vater war nun einmal auch Klavierlehrer. So verhielt es sich denn für die nächsten Jahre...

 

...die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt sich nur für den Embryo, nicht für das Kind und schon gar nicht für den Erwachsenen...

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I

© Roland Brinkhoff 2013

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 ...Gallia divisa est in partes tres...

Leider fühlten sich die Eltern des Knaben im Rheinland weniger wohl als ein Preuße in Oberbayern, daher folgten sie dem Ruf der heiligen katholischen Kirche ins Zentrum der Rechtgläubigen - also nach Münster-Hiltrup - wo sie ihren Erstgeborenen in die Klosterschule der Missionare des Heiligsten Herzens Jesu (MSC) sandten. Dort versagte er in Griechisch und wurde zum Sargnagel für den Mathematiklehrer, musste wegen Unbotmäßigkeit im Lateinunterricht das I. Kapitel von G. J. Caesars “De Bello Gallico” auswendig lernen. 

Das kann er heute noch. Non scholae sed vitae discimus... Oder eben andersrum, so wie es der alte Seneca auch gemeint hatte. Jedenfalls hatte unser  Knabe nach 5 Jahren Erziehung in der sexuellen Monokultur eines reinen  Jungengymnasiums die Nase voll und den Kaffee auf und provozierte seinen Rauswurf aus der noblen Kaderschmiede durch regelmäßiges Nicht-Erscheinen, revolutionäre Umtriebe und Verlagerung aller Interessen in den außerschulischen Bereich...

Augenscheinlich war es ihm ein Bedürfnis, nach den Sternen zu greifen, denn in dieser Zeit entstand sein Interesse für Astronomie und Kosmologie, das ihn bis heute nicht verlassen hat. Während andere Jünglinge dieser Altersstufe mehr oder weniger ausschließlich den Geheimnissen des weiblichen Geschlechts nachspürten, verbrachte dieser Jüngling bei gutem Wetter oft die Nächte im Garten des elterlichen Hauses mit seinem 60mm-Teleskop. Mit 15 publizierte er seinen ersten Artikel in den Nachrichten der “Vereinigung der Sternfreunde”.

1968

 

...ein junger Mensch muss davon ausgehen, dass alles das, was er sieht, das Werk von Idioten ist... (Oswald Wiener)

II

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III

Willy Brandt, Mondlandung und Karriereknick...

die Siebziger

Was also lag näher, als sich an  körperlicher Arbeit zu versuchen, nämlich als Rundfunk- und Fernsehtechnikerlehrling in einem ortsansässigen Kleinbetrieb, während zur gleichen Zeit ein Teil der Amerikaner gerade Vietnam massakrierte und andere auf dem Mond landeten. Die Herausforderungen, die hier zu bewältigen waren, bestanden hauptsächlich im Säubern von Rasierapparaten, Fönen und Toastern - so was wurde damals noch repariert - für 80 DM im Monat, auch für damalige Verhältnisse keine unbedingt üppige Alimentierung. 

Das war also auch keine Lösung des Problems mit der beruflichen Perspektive.  Was also tun, wenn man kurz vor Erreichen der Mittleren Reife die höhere Bildungsanstalt verlassen musste?  

Zunächst einmal politische Betätigung: Zunächst in Schüler- und Lehrlingskomitees, später in der sozialistischen deutschen Arbeiterjugend (SDAJ), wo er sogar in den Landesvorstand gewählt wurde.


Eine Fügung günstiger Geschicke brachte den Mathematiklehrer der Hiltruper Realschule auf den Plan, der den mittlerweile zum jungen Mann ausgewachsenen Jüngling für hinreichend förderungswürdig erachtete, um  ihm den Besuch der 10. Klasse zu ermöglichen, die dieser, inzwischen 18 Jahre alt, im Kreise von 14-15 jährigen Mitschülern mit durchaus ansehnlichen Ergebnissen und mittlerer Reife abschließen konnte.

 

...ich wollte da noch mutig vorwärts stürmen, wo selbst Engel furchtsam weichen... (William Shattner alias Captain James T. Kirk)

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Kindergarten, Korsika und Lochstreifen

die Siebziger(2)

Nicht nur, dass der Sage nach anderswo aus Tellerwäschern Millionäre werden können, aus Bildungsentsagern können auch noch Abiturienten werden: Nach zwei Jahren Fachoberschule an den ‘städt. Bildungsanstalten für Frauenberufe’ - Fachrichtung Sozialwesen - in Münster erlangte unser Adoleszent doch noch die Fachhochschulreife! Dazu gehörte ein einjähriges Praktikum im Kindergarten, in dem er die Kindergärtnerin im Mutterschaftsurlaub vertreten und seine Führungskraftqualitäten an 25 Vorschulkindern ausprobieren konnte. In angenehmer Erinnerung geblieben sind ihm die Cognacabende bei seiner Psychologielehrerin, an denen er mit einem kleinen Kreis von Auserwählten teilnehmen durfte.  
 
Die durch den numerus clausus verursachte Wartezeit auf einen Studienplatz überbrückte unser Protagonist durch einen Job als Datenerfasser - tipp, tipp, klaratsch an einer Olivetti-Lochstanze - bei einem Münsteraner Steuerberater mit einem Anfangsgehalt von 800 DM, dass sich bei seinem Ausscheiden vier Jahre später inzwischen mehr als verdoppelt hatte.  Welch ein Unterschied zu seinem Lehrlingssalär wenige Jahre zuvor! Der erste Auslandsurlaub war nun möglich: Zwei Wochen Korsika mit einem behandlungsbedürftigen Sonnenbrand gleich am ersten und acht weiteren Tagen Sonnenabstinenz...

 

Intelligenz ist die Fähigkeit, seine Umgebung akzeptieren zu können... (William Faulkner)

IV

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Hut auf für das Vaterland

...die Bundeswehr...

Die Chronistenpflicht gebietet es, in einem Zeitabschnitt Halt zu machen, dessen fröhliche Sinnentleertheit  nicht spurlos an unserem Helden vorbeiging. Das Vaterland rief nämlich, laut und deutlich. Da half es nichts, dass er sich beim Roten Kreuz dienstverpflichtete - sein Jahrgang war bereits ausgeschöpft. Auch der Antrag auf Kriegsdienstverweigerung wurde gnadenlos abgeschmettert. So begann denn im idyllischen Bostedt unweit von Flensburg die Ausbildung zum Materialnachweisbuchhalter - ein so schwieriges Sachgebiet, dass hierfür nur Rekruten mit mindestens Fachabitur auserlesen wurden. (Rechenbeispiel: Du hast 100.000 l Treibstoff im Sollbestand, 115.000 l im Istbestand, 20.000 l werden verbraucht, wieviel musst du mindestens bestellen?) - Wer im dreimonatigen Unterricht morgens von 8:00 bis nachmittags um 16:00 Uhr einschlief, musste das Wochenende in der Kaserne verbringen... - Der auf dem nebenstehendem Foto abgebildeten Hut des Vaterlands wurde nur einmal - zur Vereidigung - aufgesetzt, der kleine Dienstanzug mit Schiffchen war allerdings Standardbekleidung.
 
Später im niedersächsischen Fürstenau bei der 1.332: Das Sturmgewehr G3 wog schwer. Sieben kg inkl. Ersatzmagazin, zu schwer für unseren Protagonisten. So entschloss er sich, beim Übungsschießen konsequent daneben zu schießen. Ob er sonst getroffen hätte, entzieht sich unserer Kenntnis. Beim Schießen mit der Walther P1 erzielte er jedoch durchaus ansehnliche Ergebnisse. Daher wurde es ihm gestattet, die Wachrunden im Munitionslager mit einer  coolen Pistole am Gürtel zu laufen. Dies kam ihm sehr gelegen, da kurz nach seinem Dienstantritt in der Stammeinheit EDV eingeführt wurde und dadurch die Arbeitsmenge auf ungefähr eine Stunde pro Tag zusammenschmolz. Die Langeweile wurde so groß, dass sich unser Held freitags freiwillig zum Geländedienst meldete, und überhaupt: Wozu brauchte ein Buchhalter im S4-Trupp auch schon ein Sturmgewehr?

 

Versuche dich an den Kämpfen, falls du dich auf einen verstehst! Gibt es für einen Mann doch keinen größeren Ruhm! (Homer, Odyssee VIII)

V

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Fachhochschule, Leonard Cohen, RAF und magische Würfel...

...Singer/Songwriter...

Was seitdem geschah: Irgendein Sadist erfand den magischen Würfel, um Millionen Käufer davon abhängig zu machen. Der böse Russe hatte einen bedrohlichen Verwandten bekommen: Den finsteren Terroristen. Die Bundesbahn hatte die Dampfzüge ins Museum geschickt, die D-Züge gegen IC’s ausgetauscht und Helmut Schmidt war immer noch Bundeskanzler. 
 
Die Armee hatte ihn wieder ausgespuckt, die Zulassung zum Fachhochschulstudium kam eines Morgens mit der Post. Mit zunehmender Intensität widmete er sich - nein, nicht etwa dem Studium, wie man hätte vermuten können, sondern der Musik.
 
Unser Protagonist verliebte sich - zumindest musikalisch - in Leonard  Cohen. Den spielte er so intensiv, dass die WG im Stockwerk unter seinem Zimmer nach einem halben Jahr einen Emissär aussandte, der vorsichtig anfragte, ob der Sänger vielleicht noch andere Künstler in seinem musikalischen Repertoire habe. Bald jedoch schon sah er ein, dass die Gitarre niemals sein Instrument sein würde und so wandte er sich wieder den Tasteninstrumenten zu. Zunächst bestückt mit einer schauerlich klingenden Farfisa-Orgel, dem bald aber schon ein ungemein gewichtiges Rhodes-Stagepiano folgte, jammte er erst einmal mit Münsteraner Musikern herum.  Parallel dazu nahm auch die Haarlänge zu...

Unterdessen wurde auch sein Widerspruch gegen die Nichtanerkennung als Kriegsdienstverweigerer zurückgewiesen. Der Ablehnungsbescheid erging Mitte Oktober 1978. Hauptsächliche Begründung: Er sei bei der Verhandlung ja gar nicht erschienen.  Die Vorladung zur Verhandlung kam  zwei Wochen nach der Verhandlung. Auf den Protest dagegen erhielt er die Mitteilung, dass das Verfahren neu aufgerollt werde. Er würde benachrichtigt. Darauf wartet er übrigens heute noch (2013).

Leben kostet Geld, auch wenn man studiert. Daher qualifizierte er sich nach seiner Büroangestelltenkarriere im Trockenbau, als Mähdrescherfahrer, Kontoauszugsvernichter für die örtliche Sparkasse und vor allem im Bootsbau auf der damals wohl einzigen Bootswerft in Münster. Dazwischen ein mehrmonatiger Frankreichaufenthalt mit kurzen Unterbrechungen.

 

Das schönste aller Geheimnisse ist es, ein Genie zu sein - und es als einziger zu wissen... (Mark Twain)

VI

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Im Gegenlicht...

...Roland am Keyboard...

Sein Studium verlangte ein Praktikum. So kam es, dass es ihn in die Jugendzentren und die Erziehungsbeistandsschaft der Stadt Hamm verschlug, wo er dann mit Honorar- und Zeitverträgen seinen Lebensunterhalt mehr recht als schlecht verdiente. Nach und nach verlagerte sich daher der Lebensmittelpunkt nach  Hamm. 
 
Dort stieß unser Hammer Neubürger auf eine ziemlich verrückte Truppe, die in erster Linie einen Proberaum und in zweiter Linie einen Keyboarder suchte. Und mit beidem konnte unser Protagonist dienen. Die Geschichte von  GEGENLICHT  begann... 
 
...mit einem ersten Auftritt im Jugendzentrum in Bockum-Hövel. Dem folgten weitere. Abgesehen von zahlreichen ‘Heim’-Spielen in der Region Hamm waren Grugahalle Essen, Westfalenhalle Dortmund, Jovel-Cinema Münster und ein OpenAir in Ahlen mit Gianna Nannini, Spliff und Herman Brod die High-Lights im Veranstaltungskalender. Einmal erfolgte sogar eine Auszahlung von GEMA-Tantiemen, die Truppe hatte nämlich mit “Tote Stadt” eine Single veröffentlicht, die später auch auf einem Sampler übernommen wurde. Eigentlicher Renner war aber die B-Seite mit “Theo”, einem Reggae mit nur 2 Akkorden, den die Musiker, nicht aber das Publikum, schon bald nicht mehr hören konnten. Nach 5 Jahren endete die Story von GEGENLICHT, da sich die Akteure zunehmend auf die Nerven gingen und außerdem auch an die ‘bürgerliche’ Karriere bzw. an den Studienabschluss denken mussten.

 

Das Leben eines Mannes ist eine Mission. Selbst, wenn er nicht mehr genau weiß, worum und wohin es geht: Er zieht es durch. (aus SZ -online)

VII

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Alle können aufatmen: Eltern und Steuerzahler...

Medienarbeit in den Achtzigern

...der verlorene Sohn auf der langen und kurvigen Straße der Bildung erreichte dann doch noch sein Ziel: Nach 9 Jahren bzw. 18 Semestern bestand er die Diplomprüfung mit respektablem Ergebnis und wurde vom Regierungspräsidenten  ordnungsgemäß anerkannt.
 
Immerhin: Da er die ganzen Jahre über in Teil- und Vollzeit beim Jugendamt der Stadt Hamm beschäftigt war, wurde der einheimische  Steuerzahler geschont.
 
Beruflich und privat machte er nun ‘was mit Medien’, eine diffuse Berufsdefinition, die erst viel später sehr populär wurde und sich unter ‘nix genaues weiß man nicht’  subsumieren lässt. Immerhin aber im öffentlichem Auftrag oder als Honorarverpflichteter der evangelischen Kirche.
 
Das unabdingbare Anerkennungsjahr absolvierte unser Protagonist in einem Jugendzentrum in Lünen bei Dortmund. Daneben experimentierte er musikalisch mit verschiedenen Formationen und Stilrichtungen.   
 
Das Foto links stammt aus einer Zeit, wo eine erschwingliche Videokamera noch schwarz-weiß war, mit riesigen Magnetbändern in einem separaten Recorder lief und mit diesem zusammen zehn Kilo wog.

Politisch engagierte er sich nun in der SPD (die er aber bei Schröders Kanzlerkür umgehend wieder verließ).  

Fachhochschuldiplom 1986

 

Ein einziger Zweifler kann mehr für die Menschheit tun als Millionen Gutgläubige. (Erich Limpach)

VIII

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Let Me Entertain You...

Spaßvogel im Bürgerhaus Horstmar

Die Tage des öffentlich-rechtlichen Testbildes waren gezählt. Die DDR brach zusammen, die BRD fing sie auf und Kanzler Kohl versprach ‘blühende Landschaften’. Und tatsächlich: In den Fensterhöhlen der verlassenen Industriegebäude in der zusammengebrochenen DDR-Unternehmen wuchsen bald Sträucher und  blühten Gräser...
 
Der Sohn seiner Eltern nutzte das vom Arbeitsamt finanzierte Sabbatvierteljahr zwischen dem Anerkennungsjahr und der Aufnahme einer ‘richtigen’ Arbeit mit dem Zerlegen seines Automotors - dem Doppelvergaser-Flachmotor aus einem VW 412 Kombi -  und dessen Rekonstruierung. Zwar blieben zum Schluss zwei Schrauben über, aber der Motor lief auch ohne sie.
 
Danach zwei Jahre Vollzeittätigkeit in einem Bürgerzentrum: als Organisator, Entertainer und Animateur - offene Kinder- und Jugendarbeit inkl. Betreuung einer türkischen Kindergruppe, Planung und Organisation von Veranstaltungen, Herstellung und Verteilung von Werbematerial usw. gehörten jetzt zum Aufgabenspektrum.
 
Privat kann er es halt nicht lassen und startet musikmäßig ein sehr interessantes Projekt mit einer Sängerin, wobei kräftig aus dem  Musicalfundus  gecovert wurde. Mittlerweile ein alter Hut, aber zu dieser Zeit brandneu war, dass bis auf das Piano die ganze Orchestrierung von einem Sequenzer auf sieben verschiedene Synthesizer gegeben wurde. So konnte ziemlich profunde Kenntnisse in der Bearbeitung von MIDI-Dateien erlangen, als diese Technik noch ganz am Anfang stand.   

Entertainer der späten Achtziger

 

Tempora mutantur nosque mutamur in illis [Die Zeiten ändern sich und wir verändern uns mit ihnen] (Ovid)

IX

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Abbrüche, Umbrüche und Aufbrüche...

akustische Welten im Sennheiser

Gorbatschow musste gehen, die UDSSR implodierte und Kanzler Kohl fing an, etlichen Deutschen zum Hals herauszuhängen. Aber es kam auch etwas Neues: Der Personalcomputer, wenngleich von vielen zunächst nur für ein Spielzeug gehalten.
 
Unserem Protagonisten wurde eine Ruine südwestlich vom Zentrum Hamms angeboten, die er in einem für seine Verhältnisse gewaltigen Kraftakt wieder bewohnbar machte, nachdem ein Teil der Aussenmauern und die Dachkonstruktion erneuert werden mussten. Daher dauerte die für ein halbes Jahr veranschlagte Bauphase am Ende mehr als zwei Jahre, während derer er in einer Baustelle lebte... 
 
Nach so vielen Jahren in der Jugend- und Erwachsenenarbeit stellte er sich die Frage, ob er diese Art von Beschäftigung bis zur fernen Rente weiter betreiben könne. Da ergab sich passgenau die Gelegenheit, als Sachbearbeiter in die leistungsmäßige Betreuung von Asylbewerbern umzusatteln. Nun hatte er ein eigenes Büro und einen eigenen Computer! Kurz darauf  akquiriert  ihn die Firma, die die Fachsoftware für seinen Tätigkeitsbereich herstellt, als Trainer. Wenig später erhält er einen Arbeitsvertrag bei diesem Unternehmen, eine einjährige Beurlaubung von seiner Verwaltung  - ohne Dienstbezüge - scheitert jedoch am Widerstand des Dezernenten, sodass es bei der genehmigten Nebentätigkeit bleibt.

Schon vor dem großen Siegeszug des PC besaß er Computer für die Musik- und Textbearbeitung, den legendären C64 und seinen größeren Bruder, den C128 z.B., auf deren riesigen 5.25”-Disketten immerhin die juristischen Hausarbeiten der seinerzeitigen Lebensabschnittsgefährtin entstanden. Bald zierten zwei selbst zusammengebaute PC’s seinen Schreibtisch. Heute (2013) sind es insgesamt fünf, und alle bis auf das Notebook - selbstverständlich - selbstgebaut...

Als Bewegungsausgleich beginnt unser Angestellter im öffentlichen Dienst damit, Badminton zu spielen.

Der Aufbruch in den Neunzigern

 

Uns ist kein Sein vergönnt. Wir sind nur der Strom, wir fließen willig allen Formen ein: dem Tag, der Nacht, der Höhle und dem Dom, wir gehn hindurch, uns treibt der Durst nach Sein. (Hermann Hesse)

X

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Millenium, Controlling, Sport und Schröder, Gerd ...

Lächeln für die Fotografin...

Kanzler Kohl war gegangen, Gerhard Schröder wurde Bundeskanzler 2.0 und stand Investoren, Vorstandsvorsitzenden und der BILD-Zeitung näher als seiner Parteibasis. Hartz IV bürokratisierte das Sozialhilfesystem und machte es bürokratisch und ineffektiv. Die SPD half tatkräftig mit, die Republik zu einem Billiglohnland umzustrukturieren. Die Microsoft Betriebssysteme NT und 98 erlebten ihre Blütezeit. Attac wurde als Kampagne gegen die Globalisierung gegründet und unser Protagonist unterstützte sie fortan.

Doch was ist plötzlich mit unser Protagonist? Nach über zehnjähriger Tätigkeit im Sozialhilfebereich verschwindet er dort und taucht dann als  Fachbereichscontroller wieder auf. Neben etlichen BWL-Seminaren sind plötzlich auch die Grundkenntnisse aus seiner Zeit im Steuerbüro nützlich. Neben dem dezentralen Controlling fielen auch Aufgaben von historischen Dimensionen in seinen Zuständigkeitsbereich: So hatte er sich z.B. am 01.01.2000 zu vergewissern, ob die Behördensoftware seines Fachbereichs den Jahrtausendwechsel überstanden hatte.

Auch an der Umstellung von DM auf Euro war er beteiligt, obwohl er dieser Währung sehr kritisch gegenüberstand. Er wandte sich an Politiker und schrieb Leserbriefe in überregionalen Zeitungen mit der Frage, warum denn für eine gemeinsame Währung keine gemeinsame Notenbank mit supranationalen Regelungsbefugnissen nötig sei. Er erhielt viel Papier zurück, aber keine wirkliche Antwort.

Nachdem unser Technik-Freak Mitte der neunziger Jahre das Internet für sich entdeckt hatte, dauerte es nur ein Jahr lang, bis er eine eigene Domain besaß, die übrigens erst 17 Jahre später zugunsten dieser Domain aufgegeben wurde.

Zunächst war es ein guter Vorsatz für das neue Jahrtausend, aber dann wurde daraus Ernst - der Sportphlegmatiker schrieb sich in einem Fitness-Studio ein und betreibt seitdem Muskel- und Cardiotraining! Um auch die Gehirnakrobatik intensivieren zu können, begann er mit einem Sprachkurs in Neugriechisch - eine folgenschwere Entscheidung, wie man später sehen wird...

vor dem Millenium

 

 Der Kluge ist der, welchen die scheinbare Stabilität nicht täuscht und der noch dazu die Richtung, welche der Wechsel zunächst nehmen wird, vorhersieht (Athur Schopenhauer).

XI

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Dresden, der Buddha, die Kanzlerin, der Roller ...

...froh im Büro(h)...

Die legendäre Frauenkirche in Dresden wurde erfolgreich unter Verwendung der Originalbausteine - soweit vorhanden - restauriert. Das war bei Frau Merkel nicht nötig, sie kam, sah und wurde Kanzlerin - Schröders Gerd hatte sich zu früh gefreut. Gerd “Zigarre” Schröder übernahm einen Abenteuerjob: Um seine während der Kanzlerschaft erlittene finanzielle Auszehrung zu kompensieren, heuerte er umgehend bei Putins (der bekanntermaßen in Russland als Vater der Demokratie gilt) Gazprom an - für einen Raucher ein gefährliches Unterfangen! Auf der anderen Seite wird  Heiner Geißler, ehem. Generalsekretär der CDU, ebenfalls zum Unterstützer von ATTAC, damit befindet sich also unser Protagonist in illustrer Gesellschaft...

In diese Zeit fällt auch ein Geschenk von seiner srilankanischen Praktikantin: Ein  sitzender Buddha aus echtem Kunststoff, für den er sich flugs eine passende rote Mütze und eine farbige Lichterkette besorgt, um auch zu Weihnachten stilecht und dennoch exotisch einher kommen zu können. Der Buddha verbreitet auch heute noch nirvanöse Ruhe in seinem Büro...

So ganz kann er es mal wieder nicht sein lassen: 2005 und 2006 steht er bei der Rock-Weihnachtsgala und beim 25. Bühnenjubiläum des ehem. Gegenlicht-Schlagzeugers “Obel” Obering vor ca. 600 Zuschauern auf der Bühne.
 
Seit 1986 hatte der den Führerschein für Automobile, vorher fuhr er Kleinkrafträder wie die legendäre Kreidler Florett. Die Sehnsucht nach 2 Rädern hielt jedoch die ganze Zeit über an. Deshalb kaufte sich unser Zweiradpilot einen Roller via Ebay von einem Verkäufer aus Hamburg. Zweitaktgetrieben und mit 46 km/h ohne Autobahnberührung  legte er die Strecke Hamburg-Dortmund in 7,45 Stunden mehr oder weniger Nonstop zurück!

5 Jahre nach dem Millenium

 

Träume entspringen wachen Gedanken... (chinesisches Sprichwort)

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Vielflieger mit Hund

...unterwegs auf Samos

Er verbrachte seit 2006 viel Zeit auf Samos. Schon 1996 war er einmal dort gewesen. Dazu kommt, dass er ein wenig Griechisch spricht und noch mehr versteht. Doch damit lässt sich nur teilweise erklären, dass er 2009 eine Griechin kennenlernt, denn sie sprechen untereinander meist Englisch. Nachdem er im Sommer 2009 rund 16.000 Flugkilometer zurückgelegt hatte, folgt sie ihm mit ihrem Labradormischling nach Deutschland.

Ein Jahr später wird geheiratet. Unser frisch gebackener  Ehemann wird tierärztlich geprüfter Großhundehalter.

Auch beruflich tut sich etwas:  2011 geht er noch einmal erfolgreich in ein Casting-Verfahren und wird Abteilungsleiter. Zur gleichen Zeit gibt er sein Domizil in Hamm auf und zieht er mit Frau und Hund nach Fröndenberg. Hier lebt er nun meistens, wenn er nicht auf Samos durch die Berge zieht, in der Potami-Bucht im Wasser treibt und in seiner Lieblingsbar ‘Cafè del Mundo’ der Sonne beim Untergehen zuschaut...

“Lebewohl, [...] des Lebens treuherziges Sorgenkind! Deine Geschichte ist aus. Zu Ende haben wir sie erzählt; sie war weder kurzwielig noch langweilig. Wir haben sie erzählt um ihretwillen, denn nicht um deinethalben, denn du warst simpel. Aber zuletzt war es deine Geschichte; da sie dir zustieß, mußtest du’s irgend wohl hinter den Ohren haben. [...] Fahr wohl - ob du lebtest oder bleibest...”

Nun, so endgültig, wie es Thomas Mann im  “Zauberberg” die Hauptfigur Hans Castorp aus der Geschichte entlässt, wird der Abschied von unserem Protagonisten hoffentlich nicht sein.  Es kann sein, dass noch die ein oder andere Folie aufgelegt werden und die Geschichte weitererzählt werden kann.

10 Jahre nach dem Millenium

 

Nicht auf allen Weiden des Geistes sollte man Kühe grasen lassen... (afrikanisches Sprichwort)

XII

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